| Hausüberfälle – der neue Trend von Verbrechen in Südafrika |
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| Geschrieben von: Dr. Günter Pabst |
| Freitag, 24. Juli 2009 |
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Wer in Südafrika lebt, lebt mit der Kriminalität. Sie ist allgegenwärtig, sie ist Gesprächsthema auf Parties und am Arbeitsplatz, sie liegt wie Mehltau über den Menschen. Wer es sich leisten kann, investiert Unsummen in die Absicherung von Haus, Geschäft, Auto und was sonst noch wertvoll ist.
In den letzten 10 Jahren haben sich solche Ausgaben vervielfacht. Denn nur wer mitrüstet, wird nicht zum ‚soft target’, denn auch Verbrecher analysieren Risiken und schlagen dort zu, wo es vermeintlich gering ist. So sind Häuser, Büros und Autos zu Festungen geworden. Wenn die Alarmvorrichtungen eingeschaltet sind, ist die Festung schwer zu knacken. Das haben Kriminelle erkannt und ihren Modus operandi angepasst. Sie schlagen zu, wenn die Festung ungesichert ist oder die Bewohner sich gerade auf dem Weg hinein befinden. Klassisches Szenario: Weil Gärtner oder Hausangestellte sich auf dem Grundstück frei bewegen müssen, ist der Alarm ausgeschaltet. Kriminelle können also leicht eindringen und dann mit der Waffe die Bewohner zur Herausgabe von allem zwingen, was sie auf ihrer „Einkaufsliste“ haben. Oder: Während man vor dem Einfahrtstor warten, bis es sich geöffnet hat, steht jemand neben dem Wagen mit einer Pistole an der Seitenscheibe. Wenn es glimpflich verläuft, kommen einem nur Auto und Inhalt abhanden. Viele Opfer werden aber auch gezwungen, den Verbrechern Zugang zum Haus zu verschaffen.
Diese Form des Verbrechens ist im steilen Anstieg begriffen. Und es gibt kaum eine wirksame Abwehr dagegen. Es muss deshalb zwangsläufig auf Interesse stoßen, wenn ein Kriminologe von seinen Erkenntnissen über Täter, Tathergänge und Begleitumstände dieser Verbrechensform berichtet. Dr. Rudolph Zinn, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fakultät für Rechtswissenschaften an der University of South Africa (UNISA), hat 30 Straftäter befragt, die wegen solcher Überfälle einsitzen, ihre Persönlichkeit und Lebensumstände analysiert und sich Informationen zu Tathergang und Opfern beschafft. Die wesentlichen Erkenntnisse werden nun sicher weiteren Gesprächsstoff liefern:
Dies kann man noch mit so etwas wie gelassener Distanz gegenüber nackten Zahlen aus Statistiken zur Kenntnis nehmen. Das Bedrohungspotenzial, das in dieser wachsenden Erscheinungsform der Kriminalität liegt, wird jedoch an folgenden Fakten deutlich:
Diese beiden Zahlen zeigen das ganze Dilemma mit der Kriminalität in Südafrika. Sie ist in hohem Maß mit Gewalt verbunden, mit Gefahr für Leib und Leben. Und das Justizsystem ist schlicht überfordert; Verbrechen zahlt sich aus, weil das Risiko einer Aufklärung und/oder einer Bestrafung gering ist. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wenn man sich die dilettantischen Bemühungen anschaut, mit denen die Verantwortlichen in Polizei, Justiz und Politik den Kampf gegen das Verbrechen führen. |



